Mykenisches Heiligtum Methana

Bei der Kapelle Agios Konstantinos&Elenis wurde 1990 ein bedeutendes mykenisches Heiligtum entdeckt
Bei der Kapelle Agios Konstantinos&Elenis wurde 1990 ein bedeutendes mykenisches Heiligtum entdeckt
Ein mykenisches Megaron?
Ein mykenisches Megaron?
Zisterne am mykenischen Heiligtum
Zisterne am mykenischen Heiligtum
Rundlicher Bau
Rundlicher Bau

Alle Fotos (c) Tobias Schorr

Ein sensationeller Fund im Jahr 1990

Blick auf das mykenische Heiligtum aus den Bergen. Im Hintergrund sieht man die Nachbarinsel Kalavria/Poros
Blick auf das mykenische Heiligtum aus den Bergen. Im Hintergrund sieht man die Nachbarinsel Kalavria/Poros

1990 erbat der griechisch orthodoxe Pfarrer von Methana eine Genehmigung, die Kirche Agios Konstantionos&Elenis zu erweitern. Bei der Untersuchung vor Ort fiel eine Trockenmauer vor dem Eingang der Kirche ins Auge. Die griechische Archäologin Eleni Konstolakis-Jiannopoulou wurde gerufen, um die Mauer genauer zu untersuchen. Dabei wurde ein erster Raum ausgegraben, in dem sich über 150 Tonidole (Reiter, Streitwägen, Modelle von Möbeln), ein Rhyton in Form eines Schweinekopfs, eine natürliches Signalhorn aus einer Seeschnecke und ein Kindergrab befanden.
Sicherlich handelte es sich bei dem Ort um ein mykenisches Heiligtum aus der Zeit um 1400-1200 v.Chr. Die Ausgrabungen haben einen Großteil der vorgeschichtlichen Siedlung erschlossen. Auf dem Feld entdeckt man ein isoliertes Gebäude, das vielleicht ein vorgeschichtlicher Tempel / Megaron war? Viele der Funde sind heute im archäologischen Museum in Piräus und im archäologischen Museum in Poros zu sehen.
Die Entdeckung dieses Heiligtums (des Poseidon?) ist eine Sensation und zeigt, welche Bedeutung Methana schon in vorgeschichtlicher Zeit hatte. Der Vulkanismus hatte zur Folge, dass es heilkräftige Thermen gab und ganz in der Nähe des Heiligtums konnte man in der Bucht Thiafi heilkräftige, blutstillende Salze, wie z.B. Alaun abbauen.
Dieses Heiligtum gehört wesentlich besser geschützt und es wäre schön, wenn man in Zukunft dort auch Info-Schilder aufstellen würde. Zusammen mit den mykenischen Kuppelgräbern auf dem Hügel Maghoula bei Galatas, ist dieses Heiligtum einer der wichtigsten Orte der Ost-Peloponnes.
Die wissenschaftliche Bedeutung dieser Entdeckung ist leider nur einem kleinen Kreis eingeweihter Archäologen klar. Frau Eleni Konstolaki-Jiannopoulou hat einen großen Verdienst für Methana erbracht und gehört Respekt für ihre Jahrzehnte lange Arbeit.